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📅2026-07-25
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Hitzewelle Ende Juli 2026: Was der DWD wirklich sagt – und was nur Modellrechnung ist

In den sozialen Netzen kursieren für Anfang August Karten mit 40 Grad. Der Deutsche Wetterdienst formuliert deutlich zurückhaltender: Im „Thema des Tages“ vom 22. Juli hieß es, bis zum Monatsende sei keine Hitzewelle zu erwarten; zwei Tage später schrieb der DWD, ab Dienstag, dem 28. Juli, steige die Temperatur wieder an – „30 Grad und mehr […] bereits am Mittwoch“. Beides zusammen ergibt das realistische Bild: es wird wieder heiß, aber die 40-Grad-Zahlen stammen aus Modell- und Anbieterkarten, nicht aus einer amtlichen Vorhersage. Dieser Artikel trennt das eine vom anderen – und zeigt, worauf es in der Wohnung wirklich ankommt.

Was für Ende Juli gesichert ist – und was nicht

Der DWD hat für Ende Juli 2026 keine Hitzewelle amtlich angekündigt. Am 22. Juli hieß es im „Thema des Tages“, bis zum Monatsende sei keine Hitzewelle zu erwarten. Am 24. Juli folgte die Aktualisierung: ab Dienstag, dem 28. Juli, steigen die Temperaturen an, „30 Grad und mehr“ sind bereits am Mittwoch möglich.

Die in Umlauf befindlichen 40-Grad-Prognosen für Anfang August stammen aus Rohmodell-Läufen und von privaten Wetteranbietern. Solche Karten sind kein Fehler – sie zeigen einen möglichen Verlauf –, aber sie sind keine Vorhersage. Der Unterschied ist bei einer Vorlaufzeit von zehn Tagen erheblich.

Verbindlich sind allein die amtlichen Warnungen. Sie stehen auf warnwetter.de beziehungsweise für Hitze auf hitzewarnungen.de. Die aktuellen Temperaturen in deutschen Städten verfolgen wir live auf Hitze jetzt.

Wie das DWD-Hitzewarnsystem funktioniert – und warum nicht die Lufttemperatur zählt

Der DWD warnt seit 2005 vor Hitze, und zwar nicht auf Basis der Lufttemperatur, sondern der gefühlten Temperatur nach dem Klima-Michel-Modell. Es rechnet Luftfeuchte, Wind und Strahlung mit ein – deshalb kann ein schwüler 30-Grad-Tag gefährlicher sein als ein trockener 34-Grad-Tag.

Die Schwellen: ab 32 °C gefühlter Temperatur gilt eine starke Wärmebelastung, ab 38 °C eine extreme Wärmebelastung. Für ältere Menschen greift bereits eine niedrigere Schwelle von 36 °C. Zusätzlich prüft der DWD, ob die Wohnräume nachts noch ausreichend abkühlen – bleibt die Nacht zu warm, kann die Warnung auch bei niedrigeren Tageswerten ausgelöst werden.

Zwei Details, die im Alltag helfen: Die Warnungen werden täglich gegen 10 Uhr auf Landkreisebene ausgegeben, und für Städte über 100.000 Einwohner gibt es einen Sonderhinweis, weil dort die nächtliche Abkühlung fehlt. Außerdem verschiebt sich die Schwelle im Saisonverlauf mit der Akklimatisation – die erste Hitzewelle des Sommers trifft den Körper härter als die dritte.

Zur Einordnung des Junis: Der DWD zählte im Juni 2026 zwölf Hitzewarntage. Der Rekord stammt aus dem Jahr 2018 mit 18 Tagen.

Der Juni 2026 hat den deutschen Rekord verschoben

Der deutsche Allzeitrekord liegt seit diesem Sommer bei 41,8 °C, gemessen am 27. Juni 2026 in Möckern-Drewitz (Sachsen-Anhalt). Wichtig für die Einordnung: Der Wert ist laut DWD-Bericht vom 13. Juli messtechnisch abschließend geprüft – also kein vorläufiger Wert mehr.

Der Weg dorthin zeigt, wie sorgfältig solche Werte behandelt werden: Am 28. Juni war zunächst von 41,5 °C die Rede, die Pressemitteilung vom 29. Juni nannte 41,7 °C aus Neißemünde-Coschen, und erst nach Schließen einer Datenübertragungslücke vom 27. Juni stand der endgültige Wert fest. Der alte Rekord von 41,2 °C (Duisburg-Baerl und Tönisvorst, 25. Juli 2019) wurde damit um 0,6 °C übertroffen.

Alle europäischen Länderrekorde im Vergleich – und wer im Juni 2026 seinen Rekord verlor – stehen im Artikel Hitzerekorde in Europa.

Die Zahl, die die Debatte verändert: 6.830 hitzebedingte Sterbefälle

Das Robert Koch-Institut schätzt in seinem Wochenbericht zur Hitzemortalität (Stand 16. Juli 2026, Kalenderwoche 27) für 2026 bislang 6.830 hitzebedingte Sterbefälle mit einem Schätzintervall von 6.010 bis 7.700. Allein 3.940 davon entfallen auf die Altersgruppe 85+. Für die Juni-Hitzeperiode allein meldete das RKI am 9. Juli rund 5.100 Fälle.

Unabhängig davon zeigt die amtliche Sterbefallstatistik dasselbe Bild: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lagen die Sterbefallzahlen in der letzten Juniwoche um 32 % über dem Vergleichswert – rund 23.900 Verstorbene. Der Juni insgesamt lag 9 % darüber.

Diese Zahlen sind der Grund, warum Hitze inzwischen als Gesundheitsthema und nicht als Wetterkuriosität behandelt wird. Sie erklären auch, warum Warnungen für Ältere bei einer niedrigeren Schwelle greifen: Die Belastung trifft nicht alle gleich.

Warum die Stadt nachts nicht abkühlt

Der DWD beziffert den städtischen Wärmeinseleffekt auf bis zu 10 Kelvin Unterschied zum Umland, im Mittel auf 2 bis 4 Kelvin. Entscheidend ist der Befund dazu: Die Zahl der heißen Tage ist in der Stadt nur wenig erhöht – die Zahl der Tropennächte dagegen deutlich.

Ein konkretes Beispiel aus dem Juni 2026: In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni lag der Unterschied zwischen München und dem Umland bei über 6 °C, der Tiefstwert in der Stadt bei 21,5 °C.

Praktisch heißt das: Wer in der Innenstadt wohnt, kämpft weniger mit dem Nachmittag als mit der Nacht. Die Wohnung kühlt nicht aus, und die Belastung summiert sich über die Tage. Wie viele Tropennächte Ihre Stadt inzwischen hat, zeigen unsere Klimastatistiken.

Was jetzt in der Wohnung wirklich hilft

Die Sonne draußen stoppen, nicht drinnen. Außenliegender Sonnenschutz – Rollladen, Raffstore oder Screen – reflektiert die Energie, bevor sie durchs Glas kommt. Innenjalousien und Vorhänge fangen die Wärme erst im Raum ab, wo sie dann bleibt. Es ist die einzige Maßnahme, die ganz ohne Strom funktioniert.

Querlüften, und nur wenn es draußen kühler ist als drinnen. Während einer Hitzeperiode ist das grob zwischen 3 und 8 Uhr morgens der Fall. Tagsüber Fenster zu und verschattet.

Ventilatoren kühlen den Menschen, nicht den Raum. Der Luftzug beschleunigt die Verdunstung und verschafft Erleichterung, senkt aber die Raumtemperatur nicht. Oberhalb von etwa 35 °C reicht ein Ventilator allein nicht mehr aus.

Dauerhafte Lösungen außerhalb der Hitzewelle planen. Während einer Welle sind Fachbetriebe am stärksten ausgelastet und die Termine am längsten. Was Kühlung bei Ihnen kosten würde, rechnet der Hitzerechner aus; die passende Leistung ermittelt der Kühlleistungsrechner.

Und der Klassiker, der wirkt: viel trinken, körperliche Anstrengung in die kühlen Tagesrandstunden legen, tagsüber im Schatten bleiben – und nach älteren Nachbarn schauen. Die RKI-Zahlen zeigen sehr deutlich, wen es trifft.

Häufig gestellte Fragen

Kommt Ende Juli 2026 eine Hitzewelle nach Deutschland?

Der DWD hat keine Hitzewelle amtlich angekündigt. Am 22. Juli hieß es, bis Monatsende sei keine zu erwarten; am 24. Juli folgte der Hinweis, dass die Temperaturen ab Dienstag, dem 28. Juli, ansteigen und „30 Grad und mehr“ bereits am Mittwoch möglich sind. Die kursierenden 40-Grad-Karten für Anfang August stammen aus Rohmodellen und von privaten Anbietern.

Ab wann warnt der DWD vor Hitze?

Maßgeblich ist die gefühlte Temperatur nach dem Klima-Michel-Modell, nicht die Lufttemperatur. Ab 32 °C gefühlter Temperatur gilt starke Wärmebelastung, ab 38 °C extreme Wärmebelastung; für ältere Menschen liegt die Schwelle bei 36 °C. Zusätzlich fließt ein, ob die Innenräume nachts abkühlen. Ausgabe täglich gegen 10 Uhr auf Landkreisebene.

Wie hoch ist der deutsche Hitzerekord?

41,8 °C, gemessen am 27. Juni 2026 in Möckern-Drewitz (Sachsen-Anhalt). Der DWD bezeichnete die Juni-Messungen im Bericht vom 13. Juli 2026 als messtechnisch abschließend geprüft. Der alte Rekord lag bei 41,2 °C (Duisburg-Baerl und Tönisvorst, 2019).

Wie viele Menschen sterben in Deutschland an Hitze?

Das RKI schätzt für 2026 bis zur Kalenderwoche 27 rund 6.830 hitzebedingte Sterbefälle (Schätzintervall 6.010–7.700), davon 3.940 in der Altersgruppe 85+. Das Statistische Bundesamt meldete für die letzte Juniwoche 32 % mehr Sterbefälle als im Vergleichszeitraum.

Was du als Nächstes lesen kannst

Verwandte Städte

Stadtseiten mit Daten zu Temperaturen und Hitzebelastung.

Quellen und Literaturstütze

  • DWD – Thema des Tages (22. und 24. Juli 2026): https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/thema_des_tages.html
  • DWD – Bericht zur Hitzewelle in Deutschland im Juni 2026 (13. 7. 2026): https://www.dwd.de/DE/Home/_functions/aktuelles/2026/20260713_hitzewelle-deutschland-juni-2026.html
  • DWD – Hitzewarnungen und gefühlte Temperatur (Klima-Michel-Modell): https://www.hitzewarnungen.de
  • DWD – Amtliche Warnungen: https://www.dwd.de/DE/wetter/warnungen/warnWetter_node.html
  • Robert Koch-Institut – Wochenbericht Hitzemortalität, KW 27/2026 (Stand 16. 7. 2026): https://www.rki.de
  • Statistisches Bundesamt – Pressemitteilung Nr. 248 zu Sterbefallzahlen (14. 7. 2026): https://www.destatis.de
  • DWD – Klimawandel und städtische Wärmeinsel: https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimawandel/klimawandel_node.html